Sauti za Busara oder Sounds of Whisdom

(Teil 2 der Ostafrika Reise)

Nach einem atemberaubendem Nairobi ging es weiter nach Dar es Salam zum Hafen des Friedens. Auch diese Busfahrt ging morgens los. Dann allerdings nicht in der liebgewonnenen ersten Klasse, sondern ganz normal in der Economy Class. Das ist aber auch nicht tragisch, wenn man sich die letzte Reihe mit fünf Sitzen zu zweit teilen kann. Von daher war diese 20-stündige Fahrt wieder angenehm, vor allem, da sie dann auch noch durch den Kilimajaro National Park ging. Den habe ich zumindest bewusst nicht wahrgenommen, dafür aber andere Berge. Nach besagter Fahrt kamen wir nachts in Dar an und wurden sogleich von Picki-Fahrern (Picki=Boda=Motorradtaxi) abgeholt, die eine befreundete weltwärts-Freiwillige, bei der wir auch unterkamen, uns geschickt hatte. Und bei ihr zuhause erfolgte die nächste Überraschung, der Rest der Freiwilligentruppe, mit der wir uns auf dem Festival verabredet hatten, pennte zufälligerweise auch dort. So ist das eben unter deutschen Freiwilligen: jeder kennt irgendwie jeden über ein oder zwei Ecken.

Am nächsten Morgen ging es mit der Fähre nach Sansibar. Drei Stunden wackeliger Fahrt später sind wir angekommen – im Paradies. Blaues Wasser soweit das Auge reicht und mit Stonetown – eine kleine unübersichtliche aber liebenswerte Stadt, die teilweise noch aus Gebäuden aus der Kolonialzeit bestand – hatten wir unsere Trauminsel erreicht. Nach dem wir uns eine Unterkunft im Herzen Stonetowns gesucht hatten, ging es erst einmal zum Strand und zum Checken der Festival-Location. Das Sauti za Busara Festival fand nämlich in einem alten Fort statt und dort waren – neben zwei Bühnen – jede Menge Essens- und Souvenirständen vertreten. Für schlappe 60 US Dollar konnten wir Freiwilligen mit Arbeitserlaubnis vier Tage Festival genießen. Die Arbeitserlaubnis war deswegen wichtig, weil sie uns den Foreign-Resident-Status verlieh und wir sonst 120 Dollar hätten bezahlen müssen. Für Tansanier gab es das Festival übrigens für umgerechnet 10 Euro. Geholfen hat es trotzdem nicht – auch wenn das Motto „Africa United“ lautete, waren von den Festivalbesuchern circa 80 Prozent Muzungus und damit die meisten definitiv nicht afrikanischer Herkunft. Dafür aber traten auf den Festival nur Bands auf, die aus allen Teilen Afrikas kamen. Ein ganz besonderes Highlight.

Neben der tollen Musik hatte das Festival natürlich auch den unschlagbaren Vorteil der Sansibar-Location. Wenn man also mal eine Tanzpause brauchte benötigte und Lust auf Abkühlung hatte, ging man einfach vom Festival zu dem nächsten Strand, der nur fünf Minuten entfernt war und ging baden. Herrlich!

Aber natürlich nutze man die Zeit tagsüber, bis das Festival am frühen Abend begann, für Ausflüge auf der Insel und entkam damit ein bisschen dem teilweise schon sehr touristischem Stonetown. Strände die, bis auf ein paar Fischer, menschenleer waren, ein dreibeiniger Hund, der uns mehrere Stunden folgte und vor anderen Streunern beschützte, und frische Kokosnüsse waren nur ein paar Highlights. Insgesamt eine tolle Insel, wenn auch in einigen Bereichen sehr touristisch – das Mallorca Afrikas also.

Mehr Bilder gibt es hier.

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