Männer die auf Ziege starren oder Goat Simulator 2.0

Neben dem ersten Sonnenbrand , den ich erleiden musste (wir sind hier viel zu nah am Äquator…), dem ersten Erdbeben , das ich erleben durfte (ich hab mich gewundert wer da so doll auf den Boden stampft), bin ich jetzt auch stolzer Besitzer einer Ziege.

Im Rahmen einer traditionellen Zeremonie bekam ich von Richard Tooro – meinem Chef bei Kabarole Tours – einen Petname verliehen, da Richard als Clanoberhaupt der Tooro Familie, die dafür notwendige Legitimation hat. Als ich ankam, bekam ich gleich den halb traditionell halb kolonialisierten Dress verpasst. Ein ugandischer Ekanzu, ein langes Gewand, bildete die Grundlage, darüber wurde ein Jacket getragen.

Extra für diesen Abend wurde ein Essen gekocht, dass es nur zu Petname Zeremonien gibt und nach Richards Aussage so nicht im Restaurant zu finden sei.

In der jahrhundertealten Tradition des Tooro Königreiches (das mein Chef auch Tooro heißt ist Zufall) kriegen alle Kinder drei oder vier Tage nach der Geburt einen Petname verliehen. Von diesen Petnames gibt es 12 Stück, die alle mit den Buchstaben A anfangen.

Nachdem mein Chef mich auf den neuen Name Amooti, was in etwa König oder Herrscher bedeutet, „getauft“ hatte gab es dann das traditionelle Essen, das man natürlich in einer traditionellen Art und Weise einzunehmen hatte, aber sehr lecker war.

Interessant zu beobachten war, dass nicht nur wir Freiwillige Fotos machten, sondern dass auch die anderen Gäste (größtenteils Mitarbeitende und Freunde von Kabarole Tours) mit ihren Handy filmten und knipsten und man sich in einem Kreis von Handyblitzlichtern befand.

Am Ende des Essens erklärte mir Richard dann, dass jeder der einen Petname bekommt anschließend je nach Familiensituation ein Huhn eine Ziege oder eine Kuh geschenkt bekommt, damit man sobald die Volljährigkeit erreicht ist, sein eigens Stück Land bewirtschaften kann. Ich bin zwar offenkundig schon volljährig die Ziege bekam ich zum besseren Kulturverständnis aber trotzdem. Ich hab mich aber dann entschieden die Ziege bei Richard auf dem Grundstück zu lassen, da bei uns auf dem Compound doch tatsächlich Tiere verboten sind, wobei der Guard und sein unsäglicher Hahn wohl leider eine Ausnahmeregelung beanspruchen…

2 Gedanken zu „Männer die auf Ziege starren oder Goat Simulator 2.0&8220;

  1. Total spannend, was du so alles erlebst. Danke, dass du es mit uns teilst! Ich persönlich genieße es, über eine mir so fremde Welt durch deine Berichte ein wenig Einblick zu bekommen. Freue mich schon auf die Forsetzungen.
    Schön fände ich, wenn du den Berichten ein Datum voranstellst. Man weiß zwar die Reihenfolge, aber vor allem in einem Jahr oder noch später weißt du nicht mehr genau, wann eigentlich was war.
    Nun bin ich gespannt auf deinen ersten Bericht über deinen Tagesablauf.

    Interessieren würde mich auch, ob du Erlebnisse hast mit den sog. Entwicklungshilfeprojekten. Gibt es nur euer Projekt der Welthungerhilfe oder auch andere? Helfen die Projekte den Menschen, sich selber zu helfen?

    Ich brenne vor Neugier und Fragen. Erstmal weiter alles Gute – viel Spaß euch allen zusammen!

    1. Hallo Andrea,
      freut mich, dass es dir gefällt. Die Daten lasse ich aus rein ästhetischen Gründen nicht anzeigen. Sah einfach nicht so toll aus, als neben der Überschrift noch ein Datum auf den Vorschaubildern war. Allerdings sind die Daten trotzdem noch gespeichert und ich habe in meinem Blogverwaltungssystem jederzeit Zugriff darauf 😀

      Zu meinen Erlebnissen mit den sogenannten Entwicklungshilfsprojekten sei erst mal gesagt, dass mein weltwärts-Einsatz über die Welthungerhilfe kein Entwicklungshilfsprojekt ist. Auch erfüllt ein weltwärts-Einsatz gar nicht die Funktion von Entwicklungshilfe oder von Entwicklungszusammenarbeit – wie es eigentlich heißt. Wenn es nämlich darum ginge nur Entwicklungszusammenarbeit zu betreiben würde man entweder ausgebildete Mitarbeiter entsenden oder gleich welche von Vorort nehmen. Nichtsdestotrotz haben die meisten Partnerorganisationen der Welthungerhilfe im weltwärts-Programm etwas mit Hilfe zur Selbsthilfe zu tun. Zum Beispiel unterhält Kabarole Tours ein Schulungsinstitut mit überregionaler Bedeutung, das zukünftige Guides und Servicekräfte für den Tourismus Sektor ausbildet und sie in Aspekten der ökologischen Nachhaltigkeit schult. Andere arbeiten in Bereichen der Jugend-und Frauenförderung oder überhaupt in der Förderung von benachteiligten Menschen.

      In Fort Portal gibt es aber auch ein „echtes“ Projekt der Entwicklungszusammenarbeit, das von der Welthungerhilfe über Spenden finanziert wird: das Amaani Rwenzori Projekt, das sich auch mit der Förderung von benachteiligten Menschen auseinandersetzt. Ende diesen Jahres wird dieses riesen Schulungszentrum wohl fertiggestellt, dann gibt es auch mehr Infos dazu.

      Des Weiteren besteht für uns Freiwillige der Welthungerhilfe die Möglichkeit von Projektreisen, die dann auch zu weiteren Projekten der Welthungerhilfe gehen können, später in meinem Freiwilligenjahr also mehr davon.

      So jetzt arbeite ich mal weiter an meinem nächsten Blogeintrag.
      Liebe Grüße aus Fort Portal!
      Henri

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